„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

Dieser Satz einer Schülerin blieb nach der Stolpersteinverlegung für Amalie Esser (1889–1940) am 06.05.2026 besonders hängen.
Eine Schülergruppe der 9. Klassen des Gymnasiums Dresden Tolkewitz nahm im Rahmen des evangelischen und katholischen Religionsunterrichts an der Verlegung des Stolpersteins auf der Behrischstraße 36 teil — nur wenige Minuten von unserer Schule entfernt.
Im Unterricht beschäftigen sich die Jugendlichen aktuell u.a. in Religion, Ethik, Geschichte und Deutsch mit Fragen von Erinnerung, Verantwortung und Menschenwürde. An diesem Tag wurde daraus Realität: Die Schülerinnen und Schüler standen an dem Ort, an dem ein Mensch gelebt hat, der durch das nationalsozialistische „Euthanasieprogramm“ ermordet wurde.
Amalie Esser war keine Jüdin, sondern wurde aufgrund ihrer Erkrankung Opfer dieser Ideologie.
Zwischen Musik, persönlichen Worten und stillen Momenten legten unsere Schülerinnen und Schüler Blumen, Kerzen und eigene Botschaften nieder.
„Es hat mich sehr berührt, dass ein Mensch mit einer faszinierenden Geschichte einfach in eine Nummer verwandelt wurde. Warum?“ (Schüleraussage nach der Stolpersteinlegung)
„Auch wenn wir die Menschen nicht persönlich gekannt haben, fühlt man in dem Moment trotzdem die Trauer und den Schmerz.“ (Schüleraussage nach der Stolpersteinlegung)
„Diese Geschichten verdienen es, gehört zu werden.“ (Schüleraussage nach der Stolpersteinlegung)
Gerade heute bleibt es wichtig, hinzusehen, Haltung zu zeigen und Menschenverachtung nicht schweigend Raum zu geben.
Denn Erinnern bedeutet mehr als Rückblick. - Es prägt, wie wir heute miteinander umgehen.
Und vielleicht fasst ein letzter Satz der Schülerinnen und Schüler genau das am besten zusammen:
„Jeder Mensch hat einen Wert.“



